Das Geheimnis des Zugvogels
Stellen Sie sich vor, wie der kleine Vogel aus dem Ei schlüpft und von seinen Eltern aufgepäppelt wird. Schliesslich wird er flügge und verlässt sein Nest. Irgendwann zwischen Ende August und Mitte Oktober, kurz vor Einbruch des Winters, steht dem Jungvogel eine lange Reise bevor.
Woher weiss der Vogel, dass er ein Zugvogel ist? Woher kennt er seine Route? Woher weiss er, wann der Tag der Abreise gekommen ist? Woher weiss er, wie weit er fliegen muss?
Orientierung
„Vögel besitzen ein angeborenes Wissen darüber, wann es Zeit ist, die Reise in ihr Winterquartier anzubrechen und in welche Richtung sie ziehen müssen. Auch wenn ihr Zug über Tausende von
Kilometern führt, kommen sie punktgenau an ihrem Ziel an. Aber wie setzen die Zugvögel diesen inneren Befehl konkret in die Tat um? Was befähigt sie dazu, eine solche Navigationshöchstleistung
mit höchster Präzision auszuführen?
Der "sechste Sinn" der Vögel
Vögel haben einen "sechsten" Sinn - den Magnetsinn. Was sie dazu brauchen ist
Licht... denn offensichtlich sehen sie Magnetlinien in ihrem Auge.
Fliegen nach den Sternen
Nicht nur der Magnetsinn hilft den Vögeln, sich am Himmel zu orientieren und so
kunstvoll und exakt zu navigieren. Vögel können auch den Himmel beobachten und sich nach Sonne, Mond und den Sternen orientieren.
Flugformationen
An einem Frühherbstabend sieht man sie manchmal vorbeiziehen: Zugvögel auf dem
Weg ins Winterquartier, in wärmere Gefilde. Die Schwärme von Vögeln flattern dabei aber nicht wild durcheinander über den Himmel. Nein, sie fliegen oder gleiten meist in einer charakteristischen
Flugformation. Manchmal sind es gerade, lang gezogene Ketten: Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, fliegen sie dann in einer Reihe. Noch häufiger sieht man eine V-förmige Anordnung. Warum ist
das so? Der Formationsflugs ist energiesparender.
Diese Formation beantwortet auch die Frage, wie die Vögel untereinander kommunizieren und "auf Tuchfühlung" bleiben können - schließlich ist eine solche "Flugstaffel" nicht leicht zu fliegen“.
Peter Berthold Evolutionsbiologe
Wir Menschen müssen für unsere Lebensreise Schritt für Schritt
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